Informationsbeschaffung über und Gründe für die Wahl von Fernstudienprogrammen und -anbietern

Teilnehmer von (Fern-)Studiengängen informieren sich intensiv und umfassend über die von ihnen präferierten Programme. Die große Mehrzahl der Umfrageteilnehmer gab dabei an, über webbasierte Quellen auf ihr Fernstudienprogramm bzw. ihren Fernstudienanbieter aufmerksam geworden zu sein.

Suchmaschinen kommt dabei eine überragende Rolle zu: 70,5 % der Befragten gaben an, ihr Studium durch eine Suchmaschinenanfrage identifiziert zu haben (wobei keine Unterscheidung zwischen nativen Suchergebnissen und bezahlten Werbeeinblendungen vorgenommen wird). Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und macht so – wenig überraschend – die mit weitem Abstand wichtigste Einstiegsquelle für Fernstudieninteressierte aus.

Themenbezogene Internetforen folgen mit 30,2 % der Nennungen auf Platz zwei und zeigen damit eine leicht rückläufige Entwicklung. Neu als Informationsquelle hinzugekommen sind in den letzten Jahren Bewertungsportale für Fernstudiengänge, die sich mit 25,7 % auf dem dritten Rang platzieren konnten. Ähnlich intensiv genutzt werden zudem allgemeine Studieninformationsportale und Online-Verzeichnisse die von 20 % der Umfrageteilnehmer genutzt wurden.


Zum Einfluss von Empfehlungen auf die Anbieterwahl

Einen ebenfalls nicht zu vernachlässigenden Einfluss haben zudem Empfehlungen durch Dritte. 12,8 % der Teilnehmer gaben an, sich auf Basis von Empfehlungen aus dem Familien- oder Freundeskreis für ihr Fernstudium entschieden zu haben, weitere 7,6 % aufgrund von Empfehlungen von anderen Fernstudierenden und 6,2 % bzw. 4,1 % durch Arbeitskollegen respektive den eigenen Arbeitgeber. Insgesamt gaben damit 23,8 % aller Befragten an, durch eine wie auch immer geartete persönliche Empfehlung auf ihr Fernstudium aufmerksam geworden zu sein.

Verschwindend gering hingegen ist die Rolle traditioneller Werbeformate wie Werbung in Pressepublikationen, Plakatwerbung oder Fernseh- und Radiowerbung in der Interessentenansprache.

Die Ergebnisse bestätigen damit nicht nur frühere Studien, wonach das Internet in der Zwischenzeit die wichtigste Informationsquelle in der Studienwahl darstellt. Sie machen auch deutlich, dass Fernstudienanbieter nur mit einer ausgezeichneten Darstellung ihrer Angebote im Internet überhaupt noch Studieninteressenten ansprechen können.


Vertrauenswürdigkeit von Informationsquellen

Interessant ist dabei, welche Quellen oder Materialien von (potenziellen) Fernstudierenden bei der Informationsbeschaffung als besonders vertrauenswürdig erachtet werden und somit in besonderem Maße für eine Studienentscheidung relevant sind.

Die höchste Vertrauenswürdigkeit sprechen die Studienteilnehmer dabei externen Qualitätssicherungsmaßnahmen und Evaluationen zu. So bewerten 95,1 % der Befragten Akkreditierungen durch staatliche oder halbstaatliche Stellen wie dem Wissenschaftsrat, Akkreditierungsagenturen oder der ZFU als sehr vertrauenswürdig oder überwiegend vertrauenswürdig. Ebenfalls hohe Werte erreichen Gütesiegel privater Organisationen wie TÜV oder Stiftung Warentest die 90,4 % der Befragten als vertrauenswürdig einstufen.

Einen erstaunlich guten Wert erzielt auch das Informationsmaterial (wie Webseiten, Broschüren etc.) der Anbieter selbst, das 87,8 % der Befragten als sehr vertrauenswürdig oder überwiegend vertrauenswürdig bewerten. Damit liegen diese Informationsquellen noch vor Presseberichten (82,4 %), Erfahrungsberichten von Studierenden in Foren (73,7 %) oder Einträgen in Bewertungsportalen (70,6 %).


Nutzung von Informationsmaterial und Beratungsangeboten

Sind Interessenten auf relevante Studienangebote aufmerksam geworden und haben sich über einschlägige Formate (wie Webseiten, Dokumentendownloads oder gedruckte Broschüren) informiert, fragen sie auch weiterführende Beratungsangebote sehr breit nach.

Am häufigsten wählen Studieninteressenten dabei individuelle Distanzberatungen per E-Mail (55,4 %), Telefon (46,5 %) oder allgemeine Informationsveranstaltung an der Hochschule (27,5 %).

Online-Beratungen via Chat oder Videokonferenz werden von 19,2% der Befragten wahrgenommen, gefolgt von persönlichen Studienberatungen an der Hochschule (17,2 %).

Eine ebenfalls wichtige Rolle spielen persönliche Gespräche mit und Erfahrungsberichte von Studierenden und Alumni der Hochschule. Diese würden 23,1% der Studieninteressenten nutzen.


Entscheidungsgründe für Anbieterwahl

In die abschließende Entscheidung für ein bestimmtes Studienprogramm fließen schließlich eine Reihe verschiedener Faktoren ein.

Besonderen Wert legen Fernstudierende laut Umfrage dabei auf:

  • Inhaltliche Aspekte (wie die Ausrichtung des Studiengangs und Vertiefungsmöglichkeiten),
  • die Flexibilität des Studienmodells,
  • die Existenz hochwertiger E-Learning Angebote und digitaler Lernmedien sowie
  • einen guten Ruf der Hochschule.

Als eher unwichtig betrachten die Umfrageteilnehmer hingegen:

  • Empfehlungen Dritter zur Hochschule,
  • die Internationalität des Angebots oder
  • bestehende Kooperationen mit dem aktuellen Arbeitgeber.