Fazit und Prognose

Weiterhin steigende Studierendenzahlen, ein zunehmender Einsatz digitaler Medien und E-Learning Komponenten in der Distanzlehre und eine stärkere Einbindung von Fernstudienangeboten in die Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung sind nur drei der prognostizierbaren Trends im deutschsprachigen Fernstudienmarkt.

Weiteres Wachstum des Fernstudienmarktes erwartet

Die Zahl der Teilnehmer an Fernstudienprogrammen hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Wenig deutet darauf hin, dass dieser Trend kurzfristig abreißt, sei es durch alternative Weiterbildungsangebote oder grundlegende Änderungen in den Einstellungs- und Beförderungsentscheidungen von Unternehmen. Ganz im Gegenteil lassen - wie auch bereits in der Einleitung dieser Studie erwähnt - die Prognosen für den deutschsprachigen Bildungssektor ein weiteres Wachstum des Fernstudienmarktes erwarten.

Dabei tragen private Hochschulen maßgeblich zur positiven Entwicklung der Fernlehre bei. Der größte Teil der in Deutschland angebotenen Fernstudienprogramme ist an privaten Hochschulen verankert. Doch auch staatliche Träger bieten verstärkt Programme in der Distanzlehre an, entweder als eigenständige Hochschule oder in regionalen Verbünden.

Hohe Aufwände für Digitalisierung und Flexibilisierung

Das bedeutet indes nicht, dass Fernstudienprogramme einfach zu entwickelnde und mit überschaubarem Aufwand zu betreibende Selbstläufer wären. Gerade die Ansprüche an Fernstudienprogramme sind in den letzten Jahren massiv gestiegen und werden dies auch weiterhin tun.

Fernstudierende erwarten heute ein breites Angebot qualitativ hochwertiger und didaktisch für den Fernunterricht aufbereiteter Unterlagen und Lernformate. Das klassische gedruckte Studienskript ist dabei zwar weiterhin ein unverzichtbares Element, die Bereitstellung videobasierter Lerneinheiten, synchroner und asynchroner virtueller Vorlesungen und leistungsfähiger Plattformen für die Organisation des Studiums und die Kommunikation mit Lehrenden und Kommilitonen wird aber schon heute von vielen Fernstudierenden vorausgesetzt.

Dies gilt ebenso für eine gute Betreuung durch administratives Personal und Lehrkräfte sowie für die erwartete sehr hohe Flexibilität und Studienfähigkeit der Programme. Da diese Erwartungen für viele staatliche Hochschulen mit begrenzten - auch finanziellen - Ressourcen durchaus ein Problem darstellen, werden wohl auch in Zukunft die Angebote privater Anbieter regen Zulauf erhalten.

Der Wandel im Medienkonsum wird indes auch für etablierte Fernhochschulen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen. Sie investieren bereits jetzt substanzielle Ressourcen in die Umstellung ihrer Programme und die Weiterentwicklung von Lernmaterialien und Plattformen. Programme, die in Zukunft keine hochwertigen Medien bereitstellen, werden zumindest im hochpreisigen Studiensegment keine Zukunft mehr haben.

Zunehmende Förderung durch Arbeitgeber

Impulse dürfte der Fernstudienmarkt schließlich durch die zunehmende Akzeptanz und Förderung von Fernstudienprogrammen durch Arbeitgeber erfahren. Schon in den letzten beiden Jahren ist die Quote der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bei einem Fernstudium unterstützen, deutlich gestiegen. In der Personalentwicklung werden berufsbegleitende Studienangebote auch und gerade auf Masterlevel weiter an Bedeutung gewinnen und bieten eine hervorragende Möglichkeit, qualifiziertes Personal langfristig zu binden.