Die Befragung zur Trendstudie Fernstudium 2016 wurde vom 09.05.2016 bis zum 12.06.2016 in Form einer offenen Online-Befragung durchgeführt an der Fernstudierende aller (Fern-)Hochschulen teilnehmen konnten.

Die Umfrage generierte 2644 ausgefüllte Fragebögen. Die große Mehrheit von 2079 Teilnehmern (78,8 %) war dabei aktuell in ein Fernstudium eingeschrieben, 171 der Teilnehmer (6,5 %) hatten bereits erfolgreich ein Fernstudium abgeschlossen, 64 Teilnehmer (2,4 %) ein Fernstudium begonnen, aber abgebrochen. Weitere 157 Teilnehmer (5,9 %) gaben an, in Kürze ein Fernstudium beginnen zu wollen, 167 Teilnehmer (6,3%) konnten sich prinzipiell vorstellen, ein Fernstudium aufzunehmen, ohne hierfür konkrete Pläne zu haben. Der Rest der Teilnehmer (0,2%) gab an, kein Interesse an einem Fernstudium zu haben und wurde direkt von der Umfrage exkludiert.

Für die weitere Analyse wurden nur Datensätze von Personen berücksichtigt, die aktuell in einem akademischen Fernstudium standen, dieses abgeschlossen oder abgebrochen hatten oder planten, in Kürze ein Fernstudium zu beginnen. Darüber hinaus wurden Datensätze ausgefiltert, die den Fragebogen ohne die Eingabe von Daten abgeschlossen hatten. Dabei blieben 2316 valide Datensätze bestehen.

Der Anteil der IUBH Studierenden unter den Teilnehmern liegt bei knapp 53%. Gegenüber Studierenden anderer Hochschulen weist das Antwortverhalten der IUBH Studierenden nur geringe Abweichungen auf. Wahrnehmbare Unterschiede im Antwortverhalten finden sich jedoch zwischen Studierenden privater Hochschulen und staatlicher Hochschulen (insbes. der Fernuniversität Hagen). Insgesamt zeigen sich Fernstudierende staatlicher Hochschulen konservativer in ihren Medienwünschen, verfügen häufig über ein geringeres Angebot an digitalen Lehrformaten und erwarten geringere Serviceleistungen (z.B. bei den Reaktionszeiten der organisatorischen und fachlichen Betreuer).

Teilnehmer nach Studiengängen

Die Mehrzahl der Teilnehmer (76,5 %) war zum Zeitpunkt der Umfrage in Bachelorstudiengänge eingeschrieben (bzw. plante die Aufnahme eines entsprechenden Studiengangs), 23,5 % in weiterführende Studienprogramme wie Master, Diplom, MBA oder Promotion.

Bei den Studienprogrammen der Umfrageteilnehmer dominieren wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge deutlich. Über die Hälfte (55,5 %) der Teilnehmer gaben an, in einem Studiengang mit wirtschaftlichem Hintergrund (z. B BWL oder VWL) eingeschrieben zu sein, gefolgt von IT-bezogenen Studiengängen (zum Beispiel Informatik oder Wirtschaftsinformatik) mit 18,9 %, sonstigen Studiengängen (6,8 %), Studiengängen in den Pflege- und Gesundheitswissenschaften (4,7 %) und den Rechts- und Staatswissenschaften (4,1 %).

Teilnehmer nach Studienmodell

Wenig überraschend bevorzugt die Mehrheit der Teilnehmer für ihr Fernstudium ein Teilzeitmodell. 25,7 % gaben an, ein Modell mit bis zu 15 Wochenstunden gewählt zu haben, weitere 36,5 % ein Modell mit 15 bis 30 Stunden Studienzeit pro Woche. Die Quote der Vollzeitstudienprogramme (über 30 Studienwochenstunden) unter den Teilnehmern ist mit 37,8 % hoch. Die meisten Fernstudierenden bevorzugen dabei Studienprogramme ohne Präsenzveranstaltungen (65,8 %) gefolgt von Programmen mit Präsenzanteilen bis zu 10 Tagen pro Jahr (27,3 %) bzw. über 10 Tagen pro Jahr (6,9 %).

Hochschulzugangsberechtigung und berufliche Praxis

Im Bereich der Bildungsabschlüsse haben 11,5 % der Teilnehmer die Hochschulzugangsberechtigung über berufspraktische Erfahrung erworben (verfügen also formal maximal über einen Haupt- oder Realschulabschluss). 22,7 % der Umfrageteilnehmer besitzen die Fachhochschulreife, 35,8 % eine allgemeine Hochschulreife und 30 % hatten bereits ein Studium abgeschlossen.

Ein großer Teil der Umfrageteilnehmer hat vor dem Studienstart zudem bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen (74,3 %) und Berufserfahrung gesammelt, davon 52 % bis zu fünf Jahre und 33,3 % über fünf Jahre. Lediglich 14,7 % der Teilnehmer gaben an, vor Studienbeginn noch keine Berufserfahrung gesammelt zu haben.

Damit liegt die Quote der „nicht-traditionellen“ Studierenden - die also nicht direkt nach dem Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung ein Studium aufnehmen - unter den Umfrageteilnehmen deutlich höher als an Präsenzhochschulen.

Durchschnittsalter und Geschlecht

Das Durchschnittsalter der Umfrageteilnehmer lag bei 30,2 Jahren mit einem Median bei 28 Jahren. Das Geschlechterverhältnis der Umfrage war mit 51,6 % weiblicher Teilnehmer und 48,4 % männlicher Teilnehmer sehr ausgeglichen. Je nach Studienprogrammen waren hier indes erhebliche Unterschiede festzustellen. So betrug der Männeranteil in Studiengängen der Pflege- und Gesundheitswissenschaften bzw. Gesellschafts- und Sozialwissenschaften lediglich 22,4 % respektive 29,3%, während die Männerquote in den Ingenieurswissenschaften bei 69,2 % und in Informatikstudiengängen sogar bei 77,8 % lag.